Krankenhauskeime, Teil 2

Jetzt habe ich tatsächlich doch noch einen erwischt (natürlich nicht im OP, sondern im Krankenzimmer).

Nur, leider bin ich schon zu Hause und nicht mehr im Krankenhaus. Dort hat die gesamte Morgenvisite meine Frage, ob die leicht grünliche Verfärbung meines Verbandes etwas zu bedeuten hätte, mit einem leicht genervten „das kommt von der Desinfektion“ abgetan. Auch wollte niemand den Verband wechseln, das könne ja meine Hausärztin am Montag bei der Wundkontrolle machen. Über das Wochenende solle ich mal schön alles so lassen, wie es ist.

Zum Glück wollte meine Hausärztin mich gleich nach der Entlassung sehen, um sich das „Wunderwerk“ der letzten Operation noch einmal selbst anzuschauen. Die Verfärbung meines Verbandes ließ sie schon stutzen, als das Bein freigelegt war, fiel sie fast in Ohnmacht.

Selbstverständlich kommt der grünliche Belag, der fast die gesamte Wunde überzieht und sich durch den Verband drückt, nicht von dem Desinfektionsmittel. Vielmehr – wie sie mir ausführlich erklärte – handele es sich um einen, in Krankenhäusern weit verbreiteten, Wundkeim, der sofort mit Antibiotika behandelt werden müsse.

Der Kommentar der sofort telefonisch kontaktierten Oberstabsärzten im Bundeswehrkrankenhaus: „Dass WIR da nicht drauf gekommen sind, ist ja blöd, jetzt haben Sie die ganze Arbeit“ hinterließ komplette Sprachlosigkeit auf unserer Seite.

Jetzt also hochdosierte Antibiotika (für mich als Penicillin-Allergikerin immer eine heikle Angelegenheit) für 10 Tage.

 

Ein Gedanke zu “Krankenhauskeime, Teil 2

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