Schockzustand

Nichts ist mit Schließen heute…. Habe mich schon gewundert, dass ich um 11:30 Uhr immer noch im Wartebereich sitze und nichts passiert. Und dann ins Arztzimmer und nicht – wie üblich – in den 4. Stock zum OP gerufen werde.

Die nette Stabsärztin erklärt mir recht einfühlsam (soweit das geht bei einer Krebsdiagnose), dass sie dann nun das Ergebnis vorliegen hätte. Der lockere Scherz mit Augenzwinkern von mir: „Was lange währt, wird endlich gut.“ läuft ins Leere. Sie – eigentlich den gleichen Humor wie ich – schaut mich nur an, holt tief Luft und erklärt mir als Erstes, dass ich HIV-negativ bin. Ich bin etwas irritiert und bemerke – noch schmunzelnd – , das wäre mir schon klar und ob diese Erkenntnis denn so viel Zeit im Labor beansprucht hätte.

Dann kommt es ganz dicke: Die Diagnose lautet Angiosarkom im linken Unterschenkel. Eine hochaggressive und seltene Tumorart im Weichteilgewebe mit Gefäßanschluss. Die Erklärung zu meiner persönlichen Krebsart höre ich nur halb, weiß ja sowieso, was es ist (shit, warum habe ich mir immer soviel aus den Sprechstunden gemerkt) und wie der Verlauf sein kann.

Die Priorität läge jetzt erst einmal auf den Untersuchungen zur Abklärung, ob Metastasen oder Lymphknoten befallen seien. Dann würden wir sehen, wie es weitergeht. Das heißt, heute Thorax-Röntgen und Szintigramm der Lymphknoten. Morgen früh dann CT Leber und Lunge. Und übermorgen haben wir dann wohl die Ergebnisse.

Sorry, aber ich muss jetzt erst einmal eine rauchen. Jetzt ist sowieso egal….

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